Auf Schillers Spuren - THW birgt Glocke - Technisches Hilfswerk Sarstedt

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Auf Schillers Spuren - THW birgt Glocke

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Rössing. "Heute muss die Glocke werden! Frisch, Gesellen, seid zur Hand!" heißt es in Schillers Gedicht. Für die Helferinnen und Helfer des Sarstedter THW ging es allerdings nicht wie in der literarischen Vorlage darum, eine Glocke zu gießen. Ihre Aufgabe war es, am Samstag die defekte Glocke der Rössinger St. Peter und Paul-Kirche aus dem Kirchenturm zu bergen.

Wie alt die Glocke tatsächlich ist, weiß keiner genau. Bekannt ist lediglich, dass sie in den 50'er Jahren in die Kirche gebracht wurde. Mittlerweile sind ihre Halterungen gebrochen und sie hat einige Risse. Deshalb soll sie jetzt repariert werden.

Dazu ist es natürlich nötig, sie aus dem Glockenturm zu entfernen. Das allerdings ist das große Problem, denn der Turm ist bereits um das Jahr 1000 erbaut worden - ursprünglich als Schutzturm für die Bevölkerung - seitdem ist er aber immer wieder umgebaut und ergänzt worden, so dass es nicht möglich ist, die Glocke einfach nach unten abzuseilen.

Im obersten Stockwerk wurden dazu gleich drei Kettenzüge an der Glocke befestigt, die vorher noch zusätzlich gesichert werden musste, da ihre eigenen Halterungen angebrochen sind. Mit den drei Kettenzügen konnte die Glocke dann in drei Dimensionen bewegt werden.

Sehr vorsichtig bewegten die Bergungsspezialisten die Glocke zur Öffnung im Boden - das Problem dabei: diese Öffnung war kaum größer als sie.

Um die 200 kg schwere Kirchenglocke aus dem Turm zu bergen, sprach die Gemeinde das Technische Hilfswerk in Sarstedt an. Das THW hat jahrelange Erfahrungen mit dem Bewegen schwerer Lasten, ein großer Teil der Ausbildung der Bergungsspezialisten befasst sich mit diesem Thema.

Der Grund liegt auf der Hand: Für die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer gehört die Arbeit unter beengten Verhältnissen und eine Improvisation zum Tagesgeschäft. Und somit ist die Arbeit im Glockenturm ist eine willkommene Ergänzung zur Bergungsausbildung.

Das THW nutzt alle technischen Möglichkeiten, um Menschen, Tiere und Güter aus Gefahrenlagen zu retten oder zu bergen. In Rössing war der Einsatz schweren Geräts allerdings nicht möglich, da der Turm zu verwinkelt ist. Erschwert wurde die Aufgabe dadurch, dass die Glocke nicht einfach durch ein Loch im Boden herabgelassen werden konnte, sondern zweimal seitlich versetzt werden musste.

Im Stockwerk darunter wurde die Glocke schon erwartet und an ein weiteres Stahlseil gehängt, da sie auch auf dieser Ebene zur Seite bewegt werden musste.
Der letzte Schritt war dann relativ leicht - dank technischer Unterstützung: Am Drahtseil hängend wurde die Glocke mit Hilfe eines Greifzuges zum Boden abgelassen.

Beim sonntäglichen Gottesdienst konnte die Gemeinde die Glocke nochmals in Augenschein nehmen, bevor sie für die Reparatur abtransportiert wird.

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