Die Fachgruppe Elektroversorgung im THW - Technisches Hilfswerk Sarstedt

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Die Fachgruppe Elektroversorgung im THW

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Elektrizität ist essentiell!

Die Diskussion ist zurzeit allgegenwärtig: Droht in Deutschland Strommangel? Wird es regelmäßig zu flächendeckenden Stromausfällen kommen?

Die Gefahr der Unterversorgung mit Elektrizität ist in unserer technisierten Welt immer präsent. Den Test, wie abhängig man selber vom Strom aus der Steckdose ist, kann man sehr einfach machen: Was funktioniert nicht mehr, wenn die Elektrizität nicht mehr fließt? Da sind so wenig lebensnotwendige Dinge wie Fernsehen oder Radio, auf Telefon und Handy kann man sicher noch verzichten – aber hier beginnt schon das Dilemma: Bin nicht nur ich sondern meine gesamte Umgebung vom Strom abgeschnitten, funktioniert kein Handy mehr, wie soll ich dann im Notfall Hilfe holen?! Richtig lebensbedrohlich wird es im Winter: Kein Strom bedeutet keine Heizung und wenn man dann kein Kaminbesitzer ist, wird es schnell sehr kalt.

Die Fachgruppe Elektroversorgung besteht aus einem LKW mit Ladebordwand zum Transport von Kabelmaterial und Werkzeug...
...und einer Netzersatzanlage mit 175 kVA Leistung.

Wie begegnen wir dieser Situation?

Während Einrichtungen wir Krankenhäuser in der Regel eigene Notstromaggregate besitzen, sind private Haushalte in hohem Maße von den Energieversorgern abhängig. Im Normalfall funktioniert die Versorgung in Deutschland problemlos. Allerdings können Störungen zu einer erheblichen Beeinträchtigung führen - extremstes Beispiel der letzten Jahre war der flächendeckende Stromausfall im Münsterland, als im November 2005 mehrere Überlandleitungen zusammenbrachen und weite Landesteile ohne Stromversorgung waren.
Etwa 250.000 Menschen waren im Winter nicht mehr an das Elektrizitätsnetz angeschlossen. Die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) rückte mit 4.000 Helferinnen und Helfern und 274 Stromerzeugern an, um diesen Missstand zu mildern.
Das THW hält für solche Fälle die sogenannte Fachgruppe Elektroversorgung (FGr E) vor. Diese ist mit Elektrofachkräften besetzt und kann die Energie ihrer Netzersatzanlagen (NEA) in sämtliche bestehende Netze selbstständig einspeisen. Im Notfall werden – wie im Münsterland – Einheiten aus der gesamten Bundesrepublik schnell und unbürokratisch herangeführt, dies ist der Tatsache geschuldet, dass es sich eben um eine Bundesanstalt handelt.

Wie ist die Sarstedter Fachgruppe Elektroversorgung organisiert?

In Sarstedt steht ebenfalls eine FGr E für Notfälle rund um das Thema Strom bereit. Neun Helfer unter der Leitung von Florian Brunk (Gruppenführer FGr E) sind in der Lage Unterversorgungen schnell und unkompliziert zu kompensieren.
Im Münsterland versorgten die Sarstedter Spezialisten zehn Einfamilienhäuser und acht Bauernhöfe über mehrere Tage mit lebensnotwendiger Elektrizität, bis die Energieversorger die Freileitungen wieder repariert hatten.

Aber auch bei kleineren Einsätzen hat die Sarstedter Fachgruppe bewährt: Als im August vergangenen Jahres in einer Lebensmittelfabrik ein Trafo durchbrannte und die gesamte Produktion und Ware in Gefahr waren, rückten die Sarstedter gemeinsam mit zwei weiteren Fachgruppen an, um während der Instandsetzung die Stromversorgung aufrecht zu erhalten.

Einsatz im Münsterland: Die Ortschaft Ochtrup war zwei Wochen von der Stromversgung abgeschnitten. Das THW half mit FGr E aus der gesamten Bundesrepublik.
Profis im Einsatz: Die FGr E kann in alle bestehenden Netze einspeisen und so schnell eine Stromversorgung sicher stellen.
 

Was ist das Besondere an den Fachgruppen Elektroversorgung?

Der große Vorteil ist natürlich, dass das THW aufgrund seiner rechtlichen Stellung mit Sonderrechten zum Einsatz abrücken darf. Dadurch wird sicher gestellt, dass die Hilfe auch schnell ankommt.
Außerdem setzt das THW (übrigens nicht nur bei der Stromversorgung) auf eine hervorragende Ausbildung der Mitglieder. Hierfür gibt es zwei eigens eingerichtete Bundesschulen. Außerdem muss jede Helferin und jeder Helfer die Grundausbildung bestehen, bevor der eigentliche Dienst im Technischen Zug beginnt.
Dabei sei herausgestellt, dass alle Spezialisten in den Ortsverbänden ehrenamtlich tätig sind. Angestellte gibt es zwar auch beim THW, diese sind allerdings in der Behördenstruktur tätig.

Die Anmeldung zur Grundausbildung ist ab dem 17. Lebensjahr möglich (ab zehn Jahren steht Interessierten die Jugendgruppe offen), der Dienst im Technischen Zug oder im Stab der Ortsverbände ist ab dem 18. Lebensjahr möglich. Sämtliche Aus- und Fortbildungen, sowie Werkzeuge und persönliche Schutzausstattung werden übrigens vom Bund bezahlt!

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